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Seit 1993 ist die Erfurter Malzwerke GmbH mit ihrer Betriebsstätte Roststraße (ehemals Magdeburger Allee) in Erfurt-Nord im Besitz der Getreide AG Rendsburg. Die historische Entwicklung geht bis in das vorige Jahrhundert zurück. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Erfurt zu einer bedeutenden Industriestadt heran. Zu der bereits fest etablierten Lebens- und Genussmittelindustrie kam in dieser Zeit die Malzproduktion hinzu. Der Seifensiedermeister Johann Georg Wolff (1806 - 1888) betrieb mit seinen Söhnen Ernst Friedrich (Fritz) und Hermann seit 1864 einen Getreidegroßhandel. Ab 1869 wurde eine kleine Mälzerei gepachtet, wenige Jahre später entstand der erste Neubau am "Kochlöffel". Innerhalb von drei Jahren wurde die Malzherstellung verdoppelt und der bestehende Neubau erweitert. Der wirtschaftliche Erfolg veranlasste die Inhaber eine große Malzfabrik (1885) in der Thälmannstraße zu errichten. |
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Zum Zeitpunkt der Entstehung des ersten Gebäudekomplexes der Mälzerei (Tennen- und Darrhaus) waren im näheren Umfeld keine Wohngebäude vorhanden. In den folgenden Jahren wurde die Malzfabrik ausgebaut und erweitert. 1940 zählte Malzwolff, wie die Fabrik in Erfurt genannt wurde, zu einer der größten und ältesten Malzfabriken Deutschlands. Die ursprüngliche Tennenmälzerei (große Lagerflächen und enorme körperlich schwere Arbeit) konnte später durch die verbesserte Transporttechnologie (Ketten- und Schneckenförderer), den Bau von Siloanlagen mit Getreide-Nachtrocknung und durch den Umbau der Darren modernisiert werden. Die Maschinen der dreißiger Jahre waren zum großen Teil bis zur Stillegung der Betriebsstätte noch in Benutzung (nach teilweisem Umbau auf Elektromotorantrieb). Heute stellt die seit 2000 nicht mehr produzierende Mälzerei in der Thälmannstraße ein städtebaulich bedeutendes Ensemble der Industriearchitektur in Erfurt dar, ist Industriedenkmal und steht zum Verkauf. |
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Die auch historische Betriebsstätte Roststraße, wurde bereits in der Mitte der 60iger Jahre durch den Bau eines modernen Gersten- und Malzsilos sowie eines Produktionsgebäudes (Weichhaus und Keimkästenanlage) modernisiert. Nach der Übernahme durch die Getreide AG Rendsburg konzentrieren sich die Investitionen auf diese Betriebsstätte, um sie zu einer hochmodernen Mälzerei umzurüsten. In diesem Zusammenhang wurden bereits 1994 über 8 Mio Euro investiert. Das Kernstück dieser getätigten Investition ist die Zweihordenhochleistungsdarre. |
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Das Darrgebäude wurde in Skelettbauweise mit einer Edelstahl-Innenverkleidung ausgeführt. Durch den Einsatz von Aussenisolierung und Glasrohr-Wärmeaustauscher verringerte sich der Energieverbrauch massiv. Eine elektronische Steuerung des Produktionsprozesses ermöglicht die automatische Be- und Entladung bei geringem Energiebedarf. Im Jahr 2000 erfolgte für weitere 8 Mio Euro die geplante Erweiterung des Malzwerkes mit dem Bau eines "Weich-, Keim- und Darrturmes". Die entstandene Turmmälzerei ist in Kompaktbauweise errichtet und für eine Charge von 240 Tonnen Braugerste ausgelegt. |
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Der gesamte Produktionsprozess wird durch ein computergestütztes Kontroll- und Steuerungssystem überwacht. Auf der obersten Etage des Malzturmes befinden sich vier Konusweichen aus Edelstahl - welche über einen Elevator die sortierte und gereinigte Braugerste zugeführt bekommen. Drei Keimeinheiten mit jeweils 23 Metern im Durchmesser sind in den darunter liegenden Etagen des Turmes angeordnet. In der untersten Etage befindet sich eine Einhorden-Darre. Nach dem Darren gelangt das fertig getrocknete Malz zum Malzsilo, wo es eingelagert und später für den Versand zum Kunden vorbereitet wird. Seit dem Januar 2001 läuft die Turmmälzerei erfolgreich mit voller Produktion. Das Unternehmen hat mit der Turmmälzerei den Grundstein für eine erfolgreiche Positionierung im hart umkämpften Mälzereimarkt gelegt und verfügt somit über eine Hightech-Produktionsanlage, welche bezüglich Produktionsqualität, Hygienestandards, Energieverbrauch und Personaleinsatz den internationalem Standard entspricht. Die Gesamtproduktionskapazität der Erfurter Malzwerke GmbH beträgt ca. 80.000 Tonnen Malz pro Jahr. Die Bestätigung des erfolgreichen Qualitätsmanagments erfolgt sei 1996 mit der Zertifizierung des Unternehmens nach der DIN ISO 9002. |
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